Der Preis

Die Landeshauptstadt Potsdam lobt alle zwei Jahre den Max-Dortu-Preis für Zivilcourage und gelebte Demokratie aus. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis soll an einzelne Personen, Gruppen oder Initiativen vergeben werden, die sich in herausragender Weise für die Freiheit des Individuums und eine demokratisch verfasste Gesellschaft engagieren. Dabei möchte der Max-Dortu-Preis auch und vor allem mutige, unkonventionelle Wege zur Erreichung dieser Ziele würdigen. Der Preis ist dem in Potsdam geborenen und aufgewachsenen 1848er Demokraten Maximilian Dortu verpflichtet.

Ein derartiges Engagement kann sich in der kritischen Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und der Geschichte in Europa, im Einsatz für Minderheiten und kulturelle Toleranz, im Kampf gegen Rassismus, Extremismus und soziale Missstände, ebenso in der Initiierung neuer zivilgesellschaftlicher Projekte ausdrücken. Deutschlandweite Vorschläge können bei der Stadt Potsdam eingereicht werden. Eine mehrköpfige Jury sichtet die Einsendungen und schlägt einen Preisträger vor.

Foto: Musikalisches Trio Barth-Benschu-Intrau zur Preisverleihung

Ausschreibung

Für die Preisverleihung 2019 können Einzelpersonen, Akteure oder Initiativen nominiert werden. Gerne kann der Nominierungsbogen verwenden werden. Die Nominierungsfrist endet am 9. Januar 2019. Eine mehrköpfige Jury sichtet die Vorschläge und wählt die Preisträgerin oder Preisträger aus.

Preisverleihung & Preisträger

Am 22. Juli 2019 um 18 Uhr verleiht die Landeshauptstadt Potsdam zum zweiten Mal den Max-Dortu-Preis für Zivilcourage und gelebte Demokratie im Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte. Oberbürgermeister Mike Schubert und Jurymitglied Prof. Dr. Julius H. Schoeps werden den Preis überreichen.

Der Preis geht an IUVENTA – Solidarity at Sea. Die Crew-Mitglieder des Seenotrettungsschiffes IUVENTA haben von 2016 bis 2017 in 16 Missionen mehr als 14.000 Menschen vor dem Tod durch Ertrinken im Mittelmeer bewahrt und in sichere Häfen gebracht.
Auch nach der Beschlagnahmung ihres Schiffes im August 2017 durch italienische Behörden setzen sich die Besatzungsmitglieder unter der Initiative „Iuventa – Solidarity at Sea“ für eine Asylpolitik ein, die Menschen in Notsituationen und auf ihrer Flucht hilft und sie nicht kriminalisiert.

Die Laudatio hält Frau Prof. Dr. Gesine Schwan, Politikwissenschaftlerin und ehemalige Präsidentin der Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt / Oder.

Foto: www.solidarity-at-sea.org/crew

2017 erhielt erstmalig den Max-Dortu-Preis Hans-Christian Ströbele. In seiner Preisrede umriss der Vollblutpolitiker der Partei Bündnis 90/Die Grünen und langjähriges Mitglied des Deutschen Bundestages den großen Bogen der Revolutionäre von 1848/49 zu seinem persönlichen Engagement für bürgerliche Grundrechte. Jann Jakobs würdigte Hans-Christian Ströbele als streitbaren Politiker.

Die Preisfigur

Die Preisfigur schuf der in Potsdam lebende und wirkende Künstler Marcus Golter.
Der Bildhauer erstellte eine etwa zwanzig Zentimeter große geflügelte Skulptur aus Zinn. Die Figur symbolisiert den Drang nach Freiheit und Befreiung. Die Materialität Zinn lässt dabei an Zinnsoldaten denken, deren militärischer Sinngehalt allerdings vollständig in der neuen engelsgleichen Gestalt aufgehoben worden ist.

FOTO: Marcus Golter, 2017

Historische Person und Erinnerung

Johann Ludwig Maximilian Dortu gehört zu den populärsten Revolutionären und Demokraten der 1848er Revolution.
Er wurde am 29. Juni 1826 in Potsdam geboren und war der Sohn des Justizrates Ludwig Wilhelm Dortus und seiner Ehefrau Sophie Pauline, geborene Schlinke. Nach dem Abitur auf der Großen Stadtschule absolvierte Max Dortu einen einjährigen Militärdienst in der preußischen Armee und studierte Rechts- und Verwaltungswissenschaften in Berlin und Heidelberg.

GRAFIK: C. K.: Max Dortu, 1849 (in: Wilhelm Blos: Die Deutsche Revolution. Geschichte der Deutschen Bewegung von 1848 und 1849, Stuttgart 1893)

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Die Familie Dortu mit ihren hugenottischen Wurzeln setzte sich sehr aktiv für demokratische Grundrechte und Teilhabe ein. Als Potsdamer Stadtverordneter forderte der Vater Ludwig Wilhelm Dortu offen die Umwandlung des Staates in eine konstitutionelle Monarchie und trat leidenschaftlich für Presse-, Rede- und Versammlungsfreiheit ein. Sohn Max übernahm dieses Gedankengut, radikalisierte sich jedoch. In Potsdam brillierte er als Redner auf öffentlichen Versammlungen der politischen Vereine, griff den Bruder des Königs mit scharfen Worten an und demolierte mit Freunden eine Eisenbahnstrecke in Nowawes bei Potsdam, um Munitions- und Provianttransporte nach Berlin zu verhindern, die zur Zerschlagung der Revolution gedacht waren. Daraufhin wurde Max Dortu steckbrieflich gesucht. Die Flucht führte ihn nach Paris, dann in die Schweiz, schließlich nach Baden, wo er in der dortigen Revolutionsarmee mitkämpfte. Niedergeschlagen von preußischen Truppen, wurde Max Dortu gefasst und wegen Kriegsverrat zum Tode verurteilt. Am 31. Juli 1849 erfolgte die standrechtliche Erschießung.
Sein Grab befindet sich in Wiehre bei Freiburg an der Stelle der Hinrichtung.

Nach dem Tod wurde Max Dortu zu einem Helden der gescheiterten Revolution stilisiert und vor allem in der DDR ideologisch vereinnahmt. Die aktuellere Gedenkkultur an den Potsdamer Revolutionär führt zu einem differenzierten Blick. Für eine lebendige Erinnerung an den Revolutionär setzt sich insbesondere der Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen in der Stadt Potsdam ein.
Mit der Verleihung des Max-Dortu-Preises wird zudem ein neuer Akzent in der Potsdamer Erinnerungskultur gesetzt.

Kranz am Geburtshaus Max Dortus, Dortustraße 28, Potsdam, 2015, Foto: Ute Meesmann
„Es geht um die Wurst“, Schulprojekt in Erinnerung an Max Dortu, Voltaireschule Potsdam, 2014, Foto: Ute Meesmann
Einladungskarte für Veranstaltung in Erinnerung an Max Dortu, erstellt von Schülerinnen und Schülern der Voltaireschule Potsdam, 2014
Gedenkveranstaltung zum Todestag Max Dortus am 31. Juli, 2015, Foto: Ute Meesmann

Kranz am Geburtshaus Max Dortus, Dortustraße 28, Potsdam, 2015, Foto: Ute Meesmann

„Es geht um die Wurst“, Schulprojekt in Erinnerung an Max Dortu, Voltaireschule Potsdam, 2014, Foto: Ute Meesmann

Einladungskarte für Veranstaltung in Erinnerung an Max Dortu, erstellt von Schülerinnen und Schülern der Voltaireschule Potsdam, 2014

Gedenkveranstaltung zum Todestag Max Dortus am 31. Juli, 2015, Foto: Ute Meesmann

Die Jury

Prof. Dr. Heinz Kleger

Professur - Universität Potsdam

Dr. Jörg Kwapis

Erziehungswissenschaftler

Ute Meesmann

Kunsthistorikerin

Prof. Dr. Julius Hans Schoeps

Professur - Universität Potsdam

Daniel Wetzel

Politik- und Medienwissenschaftler

Dr. Birgit-Katharine Seemann

Landeshauptstadt Potsdam

Anfahrt

Potsdam Museum
Am Alten Markt 9
14467 Potsdam

Pkw: Über den Berliner Ring (A 10), Abfahrt Potsdam-Süd oder Potsdam-Nord.
Gebührenpflichtige Parkplätze stehen in der unmittelbaren Umgebung des Alten Marktes zur Verfügung.

Bahn: S-Bahn/RE bis Potsdam Hbf
Von dort etwa acht Minuten zu Fuß über die Lange Brücke.

Tram: 91, 92, 93, 96, 98, 99
Straßenbahnhaltestelle: Alter Markt/Landtag

Foto: Michael Lüder, © Potsdam Museum

Impressum

Anbieterkennzeichnung

Impressum von www.max-dortu-preis.de

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Hegelallee 9, 14467 Potsdam
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